Beschreibung der einzelnen Teile der Zander Beute nach Dr. Gerhard Liebig:
Die Zander-Beuten nach Dr. Liebig sind mit unseren Deutsch-Normal-Maß-Beuten, Langstrothbeuten und Dadantbeuten für 10 Waben kompatibel. Das bedeutet, Böden, Absperrgitter, Fütterer, Dächer usw. passen auch für die weiteren angeführten Beutensysteme von uns.
Die einzelnen Beutenteile werden von uns ungestrichen angeboten, nur die Fütterer werden innen garantiert wasserdicht und lebensmittelecht versiegelt.
1.1 Flacher Unterboden mit Edelstahldrahtgitter, Maschenweite 2,3 mm und Querstabilisatoren
Dieser Beuten-Boden wird von der großen Mehrheit unserer Kunden gekauft. Im Kaufpreis sind eine Varroaschublade aus weißer Plastik und ein Fluglochkeil (mit zwei verschieden großen Öffnungen aus Holz) mit im Preis inbegriffen. Die Öffnungen des Fluglochkeils sind so gewählt, dass sich bei Einsatz des besonders kleinen, seitlich gelegenen Flugloches Ableger besser schützen können. Im Herbst werden die Bienenvölker durch das niedrigere und verkleinerte mittige Winterflugloch bei der Abwehr von Räuberei unterstützt und im Winter können keine Feldmäuse (da Höhe nur 7,5 mm) in den Bienenstock.
Dieser moderne, robuste und stabile Boden ist für die Hobbyimkerei und besonders für die Profi-Imkerei sowie Wanderimkereien geeignet. Es wird von mir empfohlen.
Die weiße Plastik Schublade kann so eingeschoben werden, dass sie den Boden abdichtet. Wenn z. B. mit Ameisensäure behandelt wird ist dies wichtig, damit eine entsprechende Konzentration in der Stockluft gehalten wird. Andererseits ist es auch möglich, die Schublade mit den Holzleisten nach unten einzuschieben. Dann kommt durch die etwa 18 mm hohe und 360 mm breite Öffnung von hinten und unten ausreichend Luft durch das Varroagitter. In der Belüftung des Bienenstockes gibt es so keinen großen Unterschied bei Einsatz der Schublade mit den Abdichtleisten nach unten im Verhältnis zu entnommener Schublade. Es kann aber bei so eingeschobener Schublade der Milbenfall und Fall von Gemüll sehr gut beobachtet werden. Wenn z.B. im Herbst Bienenflügel und Bienenbeine auf der Schublade liegen, ist dies ein Zeichen von Räuberei in diesem Bienenstock z.B. durch Bienen oder Wespen. Dann sollte das Flugloch verkleinert werden (je nach Bedarf bis auf minimal Platz für eine Biene) und es ist eine wiederholte Nachkontrolle zu empfehlen. Im Herbst und Winter kann so auch der Totenfall von Varroamilben, ohne z.B. von Ameisen verfälscht zu werden, sehr gut in jedem Bienenstock beobachtet werden.
Nach meiner Erfahrung sollten das ganze Jahr (außer während der Ameisensäure-Behandlung) die Völker über offenem oder von unten belüfteten Beutenboden geführt werden. Die Bienen können sich so an die Naturgegebenheiten besser anpassen. Sie fühlen Kälteeinbrüche und Frost deutlich und gehen in der Regel im Spätherbst nach den ersten Frösten rechtzeitig aus der Brut. Ab Mitte November und im Dezember kann mittels Träufelmethode (in der Regel sind die Bienenstöcke dann brutfrei) nochmals gegen Milben (Restentmilbung) behandelt werden.
Der Boden besitzt vorn Einhängeösen für unser in der Höhe anpassbares Anflugbrett. Das Anflugbrett ist ein eigener Artikel.
1.2. Flacher Unterboden mit Plastikdraht für unsere kompatiblen Bienenbeuten
- bei diesem Unterboden ist eine Varroaschublade und ein Fluglochkeil mit zwei verschieden großen Öffnungen, feldmausdicht, ca. 7,5 mm Eingangshöhe, mit im Preis inbegriffen
- als Varroagitter wird blaues mäusebissfestes und ameisensäurefestes Spezial-Plastikgewebe, Maschenweite 2,3 mm, verwendet
- der Boden ist anders als der oben angeführte Unterboden gefertigt, ohne Quertraversen und ohne Einhängemöglichkeit für ein Anflugbrett
- besitzt einen 30 mm hohen Freiraum zwischen dem Varroagitter des Bodens bis den Rähmchen in der untersten Zarge wir empfehlen, die Schublade nur kurzzeitig zur Ameisensäure-Behandlung und Varroakontrolle einzusetzen. Die übrige Zeit sollten die Völker nach meiner Erfahrung über offenem Boden in den Bienenbeuten geführt werden. Sie können sie so besser an das Wetter anpassen, fühlen so die ersten Fröste deutlicher, gehen im Herbst eher aus der Brut und können meist bis Mitte Dezember brutfrei mittels Oxalsäure-Träufelmethode gegen die Varroamilbe behandelt werden.
Der Boden ist sowohl für die Stand- wie auch für die Wanderimkerei geeignet.
1.3. Der hohe Unterboden, kompatibel für unsere Zanderbeuten, Deutsch-Normal-Maß Beuten und Langstrothbeuten
- bei diesem Unterboden ist eine Varroaschublade und ein Fluglochkeil mit zwei verschieden großen Öffnungen, feldmausdicht, ca. 7,5 mm Eingangshöhe, mit im Preis inbegriffen
- der Boden ist mit Varroagitter (blaues mäusebissfestes und ameisensäurefestes Spezial-Plastikgewebe, Maschenweite 2,3 mm) ausgerüstet
- besitzt einen 60 mm hohen Freiraum über dem Plastikgitter bis zur unteren Leiste der Rähmchen
- wir empfehlen, die Schublade nur kurzzeitig zur Ameisensäure-Behandlung und Varroakontrolle einzusetzen. Nach meiner Erfahrung sollten die Bienenvölker das ganze Jahr über offenem Boden geführt werden (außer während der Ameisensäure-Behandlung). So können die Bienen ihr Leben besser an die Witterungsbedingungen anpassen, fühlen die ersten Fröste deutlicher und gehen im Herbst eher aus der Brut. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um spätestens im Dezember im brutfreien Bienenstock mittels Träufelmethode die Varroabehandlung mit Oxalsäure (Oxalsäure ad. us. vet.) durchzuführen. Der Boden ist sowohl für die Stand- wie auch für die Wanderimkerei geeignet. Dieser Boden wird von uns nicht mit Bausperre angeboten, weil nach unserer Meinung durch eine ordentlich funktionierende Bausperre der Milbenfall auf die Schublade stark verfälscht wird.
2. Die Zargen für unser Zanderbeuten nach Dr. Liebig
- sind aus Kiefernholz oder gegen Aufpreis auch aus Weymouthskiefernholz gefertigt,
mit Bindan P3Leim verleimt und über Nut und Feder mit 5 mm x 60 mm Schrauben verbunden
- das System verbindet die Vorteile von falzlosen Zargen (Beuten) mit solchen die einen Falz haben
- durch die unten installierte Verrutschsicherung lassen sie sich ebenso gut wie Beuten mit Falz transportieren
- in Handhabung, Stabilität und Konstruktion gehören sie zu den Besten auf dem Weltmarkt
- sie sind mit handlichen Griffleisten ausgestattet und die Zanderrähmchen liegen auf nichtrostenden Metallschienen, die mit Edelstahlschrauben befestigt sind. Ein Festkitten der Rähmchen wird so weitgehend vermieden. Bei der Bearbeitung können die Zanderrähmchen im Block auf den Metallauflageschienen geschoben werden. Dadurch wird die Effizienz der Bearbeitung bei Volksdurchsichten wesentlich verbessert.
3. Flachzargen
Natürlich haben wir für dieses Beutensystem auch Euroflachzargen 166 mm hoch und Halbzargen 117 mm hoch. Sie ernten damit nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger Honig. Ihre Frau wird Sie beim Einsatz von Flachzargen vielleicht lieber bei der Arbeit unterstützen und die Arbeit ist leichter, ermüdungsfreier und weniger anstrengend für Ihren Rücken. Ich selbst empfehle 166 mm hohe Flachzargen aus Weymouthskiefernholz als Honigräume. Insbesondere für Erwerbsimkereien, Imkereien von Senioren und für von Frauen betriebene Imkereien erleichtern diese die Arbeit wesentlich.
Zander Dadant Zargen
Relativ neu und doch schon weit verbreitet und bewährt sind unsere 292 mm hohen Brutraumzargen = Zanderdadant (für Zanderrähmchen, aber in der Höhe von Dadant von mir empfohlen). Sie können damit wie mit Dadant arbeiten siehe auch unsere Beschreibung zu den ähnlichen, aber sehr großen 1½ hohen Zanderzargen, die wir auf vielfachen Wunsch in die Produktion aufgenommen haben. Sie sind aber aus meiner Sicht sehr hoch und sehr schwer.
Trennschiede
Unsere Trennschiede haben die gleichen Außenmaße wie unsere Brutwaben
(die Bienen müssen an allen Seiten herumlaufen können).
Erklärung der Anwendung unserer Trennschiede
Siehe Arbeit mit flachem Unterboden und Trennschied am Ende dieser Beschreibung.
4. Absperrgitter
- aus Stahldraht, in Holz gefasst
- liegen ca. 7 mm über den Rähmchen
(Dadurch können die Bienen besser hochsteigen, die Verteilung des Königinnenduftstoffes wird weniger behindert und die Bienen nehmen die Honigräume besser an.)
5. Das Bienenfluchtschied
- es stehen drei verschiedene Systeme von Bienenfluchteinsätzen zur Auswahl
- ein System nach "Lega"
- ein System aus Plastikgitter französischer Herkunft und
- eine große Rundbienenflucht mit 8 Ausgangskanälen
- sie unterscheiden sich in Größe und Preis
(nach meiner Erfahrung sind sie alle drei fast gleich gut in ihrer Funktion)
- die Honigernte können Sie sich durch den Einsatz von Bienenfluchtschieden wesentlich erleichtern. Diese stellen eine der größten Arbeitserleichterungen in der Imkerei überhaupt dar.
Erklärung zur Anwendung unserer Bienenfluchten
Bienenfluchten setzt man unter Zargen mit zu schleudernden Honigwaben ein, diese Honigräume dürfen keine Brutwaben enthalten und die Völker müssen Weichselrichtig sein.
Man sollte darauf achten, dass den Bienen nach dem Verlassen der Honigräume dann in den Zargen unter dem Fluchtschied auch genügend Raum zur Verfügung steht. Nach dem Einsetzten der Bienenfluchtschiede verlassen die Bienen innerhalb von Stunden bis zu einem Tag fast vollständig die darüber liegenden Honigräume und können nicht wieder zurück. Damit entfallen das Abkehren oder Abblasen der Waben weitestgehend und die dabei auftretenden vielfältigen Verletzungen von Bienen. Außerdem wird die beim Abkehren meist aufkommende Räuberei vermieden.
6. Der Innendeckel
- ist trogförmig und wasserdampfdurchlässig, die offene Seite des Troges muss nach oben zeigen und kann insbesondere im Frühjahr nach dem Reinigungsflug zum einlegen einer Wärmedämmung genutzt werden
- wird von uns ohne Wärmeisolationseinlage geliefert
(Nach meiner Erfahrung sollten die Bienen von Herbst bis zum Reinigungsflug im Frühjahr möglichst kühl sitzen. Nach dem Reinigungsflug kann das Einlegen von wärmedämmenden und wasserdampfdurchlässigen Isolationsmaterial nützlich sein.)
7. Zwischenboden mit Edelstahldrahtgewebe und Wandergitter in einem
- unsere Zwischenböden sind oben über dem Edelstahlgewebe mit einem Flugloch versehen
- eignet sich zum vereinigen von Völkern
- eignet sich zur Zwischenablegerbildung über einem Volk, zur Schwarmverhinderung und zur Ablegerbildung über einem Volk
- ist notfalls auch kurzzeitig als Unterboden für einen Ableger nutzbar
Ich selbst empfehle die Benutzung von Wandergittern, weil diese sehr vielseitig eingesetzt werden können. Ich nehme sie auch gern zum Beispiel beim Transport von Zargen mit Honigwaben zur Abdeckung und vieles mehr. Zum Wandern sind sie bei Verwendung unserer Böden meist gar nicht erforderlich, außer es erfolgen Fernwanderungen bei sehr hohen Temperaturen.
8. Die Fütterer für unsere Bienenbeuten
Wir haben zurzeit fünf verschiedene Fütterer im Angebot.
Alle funktionieren nach dem System des Adamfütterers mit einem Aufstieg der auch zum Füttern von Ablegern geeignet ist und so angeordnet wurde, dass die Bienen auch bei kalter Witterung noch Futter abnehmen können.
8.1. Futterzarge von Profis bevorzugt - (Produktbeschreibung als PDF)
- aus Holz, Aufstieg an der Vorderwand
- innen wasserfest und wasserdicht versiegelt
- spezial behandelt
- Fassungsvermögen von ca. 14 kg Futtersirup, auch zum füttern von Futterteig geeignet
- schräger, gestufter Aufstieg mit Edelstahlabdeckung, sie wird aus meiner Sicht allen Anforderungen gerecht
8.2. Die anderen Fütterer
- aus Plastik
- Fassungsvermögen von 1,5 bis 6 Liter (siehe Material zum Selbstbau)
9. Die Blechdächer für unsere Bienenbeuten
- aus stabilem verzinkten Stahlblech oder Edelstahlblech
- ca. 12 cm hoch
- sie sind nach oben leicht konisch ausgerichtet und so auch als Turm ineinander stapelbar wenn 25 mm starke Distanzhölzer oder unser Anflugbrett zwischen die einzelnen Dächer gelegt werden
- so mit Distanzelementen gestapelt sind sie gut zum Wandern und für den Transport geeignet
- dadurch, dass sie nach unten schräg von den Zargen abstehen, werden diese bei leichtem Regen nicht nass
- weiterhin sind sie gut als Unterlage (mit der Öffnung nach oben gedreht), zum Abstellen von Zargen und beim Zargentransport als auch bedingt als Auffangbecken von herabtropfendem Honig geeignet
(Ich benutze sie oft verkehrt herum auf den Boden gelegt, als Unterlage für abgenommene Zargen bei der Arbeit an den Völkern)
Wichtig ist:
- die Dächer müssen beim Einsatz auf den Beuten unterbelüftet sein
(D. h. auf dem Element unter dem Dach, z. B. dem Innendeckel, sollten an den Ecken nach oben zeigend vier Abstandhalter in der Höhe von ca. 7 mm angebracht werden. Diese können die von uns am Blechdach innen angebrachten Abstandhaltungen ersetzen, weil diese nur zum Transport bis zum Kunden vorgesehen sind.)
Dies hat folgende Vorteile:
- an den Dächern kann sich innen kein Schwitzwasser bilden
- im Sommer wird es unter den Dächern nicht zu heiß
- es hält sich kein Ungeziefer unter den Dächern
- Bienen, die sich während der Bearbeitung dort absetzen, können von selbst entweichen
Alles in allem ein kompatibles Beutensystem nach den besten Erkenntnissen.
Es ist anpassungsfähig, vielseitig und auf das Modernste ausgestattet. Es kann in jeder Ausführung vom Gebirge bis zur See unter allen klimatischen Bedingungen in Deutschland eingesetzt werden und ist auch für alle bei uns gehaltenen Bienen geeignet.
Anfängern wie Fortgeschrittenen empfehlen wir, dass sie sich bei der Arbeit mit gleichgroßen Zargen nach dem Buch von Dr. Liebig "Einfach imkern" orientieren. Imker, die einen großen Brutraum und Flachzargen für den Honigraum bevorzugen können, sich in der Broschüre von Günther Ries „Meine Erfahrungen mit der Buckfastbiene“ und im Buch von Bruder Adam „Meine Betriebsweise“ wertvolle Anregungen holen.
Zum Abschluss noch einige Hinweise zu meinen Erfahrungen mit der Arbeit von flachen Böden und Trennschieden.
Flache Unterböden werden nicht oder nur wenige verbaut, in Ihnen werden in der Regel auch keine Weiselzellen angesetzt.
In Bienenbeuten mit flachen Böden kann man den Brutraum unter einem Absperrgitter mit einem Trennschied einengen und die Brutflächen so begrenzen, dass Trachten, vor allem Frühtrachten, besser genutzt werden können. Durch gezieltes zugeben von Mittelwänden und Leerwaben kann ich die Brut steuern (z. B. bei Bedarf leicht bremsen) und eine ständig aufsteigende Brutentwicklung bis zur Sommersonnenwende erreichen.
Insbesondere bei der Arbeit mit großen Bruträumen wie Zander-Dadant hilft dies, Schwärme weitestgehend zu verhindern. Bei richtiger Steuerung der Brut mittels Trennschied erreiche ich, dass die Königin vor allem im Frühjahr, etwa zu Beginn der Rapstracht, nicht zu viele und damit vollwertige Eier legt. Bei richtiger Anwendung sind dann auch für alle schlüpfenden Maden genügend Pflegebienen vorhanden und es können optimal ernährte, sehr leistungsfähige und langlebige Bienen aufwachsen.
Die auf solche Art gesteuerten Völker haben unter meinen Verhältnissen während der Haupttracht eine höhere oder gleiche Anzahl sowie wesentlich leistungsfähigere Bienen, als Völker die zum Brüten das gesamte Jahr einen Doppelraum zur Verfügung haben.
Ich ernte von solchen Völkern im Durchschnitt mindestens eine Zarge mehr Honig.
Spätestens ab der Sommersonnenwende bis zum Beginn der Frühtracht brauchen die Völker aber nach meiner Erfahrung unbedingt einen etwa so großen Brutraum wie zwei Zanderzargen und zwar dann aber ohne Begrenzung durch Trennschied oder Absperrgitter. Ein guter Polleneintrag im Herbst und ein reichlicher Vorrat an Winterfutter sind die Grundlage für einen optimalen Start in die Tracht des nächsten Jahres. Aber dann nach Trachtbeginn wieder mit Trennschied.